Als Jürgen Tredt und Heiner Zieglwalner die Chronik für die "75-Jahr-Feier" des VfB Eichstätt e.V. 1920 schrieben, da waren die Fußballer schon ganz unten. Das soll heißen, der VfB hatte in der Sparte Fußball zu Beginn der 90iger Jahre seinen Tiefpunkt erreicht und spielte in der damaligen untersten Spielklasse.

Sieben Jahre waren genug und wir mussten etwas unternehmen. Franz Schreiner stellte sich als Spielertrainer der Herausforderung. Zusammen mit den Neuverpflichtungen Sepp Russer und Franz Dengler starteten die "Verbliebenen" in die Saison 1998/99. Der VfB blieb ohne Niederlage, stieg in die B-Klasse auf  (1. Stern) und konnte auch ungeschlagen die folgende Saison als Meister beenden (2. Stern). Wir waren wieder in der A-Klasse, jetzt Kreisliga, angekommen.


Denkwürdig war das Spiel zu Hause gegen die DJK Pietenfeld/Adelschlag. Ich selbst konnte das Spiel nicht sehen, da ich Dienst schieben musste. Zur Halbzeit kam ich auf den VfB-Platz und war zunächst hoch erfreut, dass es 6:1 steht. Der Satz nach dem Komma ließ mich erstarren - ,aber für Pietenfeld. Gefrustet fuhr ich meinen Streifenwagen in die Garage. Ich wollte das Endergebnis gar nicht wissen und erfuhr es erst, als ich um 19.00 Uhr nach Dienstende in das VfB-Heim kam. Lustig wie immer waren die Jungs und ich erfuhr den Grund umgehend. 6:6 stand es nach neunzig Minuten und dabei führte Pietenfeld bis zwanzig Minuten vor Schluss noch mit 6:1.

Nach einer Saison im Mittelfeld der Kreisliga übernahm der Böhminger Karl-Heinz Forster das Traineramt beim VfB. "Kalle" war bzw. ist ein Pfundskerl und sofort stiegen wir in der Saison 2001/2002 in die Bezirksliga Oberbayern Nord auf (3. Stern). Bei der Aufstiegsfeier im VfB-Heim überreichte Kreisspielleiter Gustl Gahbauer die Meisterschale mit den Worten: "Könnt ihr euch das überhaupt leisten?"

"Kalle" Forster blieb noch drei Spielzeiten beim VfB und der VfB spielte in der Bezirksliga eine gute Rolle.

2005 kam uns (mir) die glänzende Idee die Trainerlegende Erich Hock zum VfB zu lotsen. Erich Hock ist mit Karsten Wettberg der erfolgreichste Trainer aller Zeiten und der Breitenbrunner nahm die Herausforderung VfB an.

Bei der Trainervorstellung im VfB-Heim hatte der "Sir" Verspätung, kam er doch direkt vom Flughafen München von einer "Malle-Reise" zurück (Fahrlehrerausbildung). Alle saßen gespannt im Nebenzimmer, als der "Sir" verspätet endlich eintraf. Sein erster Satz zu den Spielern lautete: "Wer denkt, dass er im Sommer in Urlaub fahren kann, mit dem plane ich nicht. Der kann sofort zu mir kommen und seinen Spielerpass abholen!" Das saß und keiner fuhr in den Urlaub (der Domi vielleicht und der Joe Regler auch).

Es lief und der VfB stieg 2006 unter Erich Hock in die Bezirksoberliga auf. Der vierte Stern!

In der BOL lief es unter Erich Hock sehr gut, doch am Ende fehlten uns zwei Punkte und der VfB wurde "nur" Dritter.

Eigentlich sollte Alois Reinhardt der Nachfolger von Erich Hock werden. Reinhardt bekam jedoch kurzfristig ein Angebot als Cheftrainer der U-19 beim 1. FC Nürnberg und wir mussten uns wieder auf die Suche begeben. Mit Sabahattin Koc gab uns der nächste positive Fußballverrückte seine Zusage. Legendär war der Auftritt von "Saba" in Kirchanschöring, als er von dem türkischen Schiedsrichter vom Platz gestellt wurde und sich "Saba" auf türkisch bei ihm rechtfertigte. Verstanden haben wir nichts, aber "Saba" wurde für drei Spiele als Trainer gesperrt und die Geldstrafe hat er selbst bezahlt.

Irgendetwas muss der VfB doch haben, denn Erich Hock sagte irgendwann einmal, dass er nie zwei Mal zum selben Verein wechseln würde. 2008 kehrte der "Sir" zum VfB zurück. Mit ihm Siggi Silbermann als sein Co.-Trainer.

Wie sollte es auch anders sein, der VfB wurde 2009 Meister in der Bezirksoberliga und stieg somit in die Landesliga Süd auf (fünfter Stern).

Ein Jahr später die nächste Meisterschaft, aber nicht der Aufstieg. Wir waren trotz des besseren Torverhältnis gegenüber Heimstetten Meister geworden. Aber das Torverhältnis zählte damals noch nicht und es kam zu einem Endspiel, das wir in Gersthofen mit 2:1 verloren haben. Der VfB musste somit in die Relegation und traf in Schwabach auf Schweinfurt 05. Ein super Spiel des VfB mit unrühmlichen Ausgang. Eine Minute vor Schluss erzielte Schweinfurt den 2:1 Siegtreffer, obwohl wir besser waren.

Erich Hock verließ den VfB und der Ingolstädter Ralf Andresen wurde neuer Trainer. Es passte einfach nicht und die Punkte blieben aus. Nach gut zwei Monaten wurde Jürgen Steib der Nachfolger von Andresen. Es war eine harte Saison für den VfB in der Landesliga, doch letztendlich gelang uns der Klassenerhalt.

So nebenbei schaffte auch die Zweite den Aufstieg in die Bezirksliga.

2012 holten wir uns den sechsten Stern. Mit Jürgen Steib wurden wir Meister in der Landesliga Süd und durften in die Bayernliga Süd aufrücken.

Es lief rund in der Bayernliga Süd - bis in den Winter 2016 hinein. Trainer Jürgen Steib wechselte in der Winterpause zum Ligakonkurrenten TSV Rain und in Abstiegsnot mussten wir uns einen neuen Trainer suchen. Es wurde eine "TFK" gegründet (Trainerfindungskommission) und wie fast immer haben wir ein glückliches Händchen bewiesen. Der Karlshulder Markus Mattes musste uns vor dem Abstieg bewahren. Dies gelang uns am vorletzten Spieltag, als wir in Pipinsried mit 2:0 gewinnen konnten. Erleichterung pur!

In der Sommerpause dann die Überraschung. Wir wurden in die Bayernliga Nord versetzt. Wir alle waren gespannt was uns hier erwarten würde. Es lief einfach fantastisch. Herbstmeister - VfB Eichstätt. Ein Aufstieg kam für uns (noch) nicht in Frage. Der VfB wurde schließlich Vizemeister in der Bayernliga Nord. Ein toller Erfolg.

Nicht ein einziger Verein hat uns zugetraut, dass wir dies wiederholen könnten. Sämtliche Vereinsvertreter sahen Aschaffenburg, Amber, Weiden oder Großbardorf ganz vorne in dieser Saison.

Wer wurde Herbstmeister? Der VfB Eichstätt! Und wer wurde Meister und steigt in die Regionalliga Bayern auf? Richtig der VfB!!!

Das ist der siebte Stern!!!

Danke an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben.

Vielleicht liest dies auch ein Erich Hock und ich würde mich riesig über ein Wiedersehen (Kaffee) freuen!

 

Sepp Schiebel

 

   
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